#2055
PROJEKTIERUNG UMBAU FASSADE AUSTRASSE 2, REINACH
Der Verwaltungsbau an der Autrasse 2 in Reinach ist ein Bürogebäude mit Attikawohnung aus den 1970er Jahren, dessen architektonischer Ausdruck über die Jahre an Klarheit verloren hat. Im Zuge der zwingend notwendigen Schadstoffsanierung bot sich die Gelegenheit, die Gebäudehülle nicht lediglich technisch zu erneuern, sondern den Bestand einer grundsätzlichen architektonischen Klärung zu unterziehen.
Die Analyse der bestehenden Fassade offenbarte eine Diskrepanz zwischen Erscheinung und Konstruktion: Was auf den ersten Blick als Bandfensterfassade gelesen wird, erweist sich bei näherer Betrachtung als eine Abfolge massiv betonierter Brüstungen und scheibenartiger Betonstützen. Die Fassadenstruktur folgt damit weniger der Logik des horizontalen Fensterbands als vielmehr dem Archetyp der Lochfassade – ein Umstand, der im bisherigen Erscheinungsbild nur unzureichend zum Ausdruck kam.
Die Transformation setzt genau an diesem Punkt an. Neben der energetischen Ertüchtigung verfolgt das Projekt das Ziel, den konstruktiven und typologischen Charakter der Fassade durch eine präzise architektonische Haltung wieder lesbar zu machen. Die Gestaltung versteht sich dabei nicht als additive Überformung, sondern als konsequente Herausarbeitung der im Bestand angelegten Ordnung.
In einer Reihe von Variantenstudien wurden Proportionen, Tiefenstaffelungen, Öffnungsgrössen und Materialisierungen der neuen Fassade untersucht, geschärft und in engem Dialog mit der Bauherrschaft abgestimmt. Der Entwurfsprozess war dabei von der Suche nach einer selbstverständlichen, aus dem Ort und dem Bestand entwickelten Lösung geprägt.
Die neue Fassade präsentiert sich klar, ruhig und unmissverständlich. In Materialität und Ausdruck fügt sie sich selbstverständlich in den städtebaulichen Kontext ein und verleiht dem Gebäude eine zeitgemässe, architektonisch präzise Präsenz. Zugleich erfüllt sie hohe energetische und funktionale Anforderungen und wird den ökonomischen wie betrieblichen Bedürfnissen eines Verwaltungsbaus gerecht. Die Intervention versteht sich als nachhaltige Weiterentwicklung des Bestands – zurückhaltend im Ausdruck, konsequent in der Haltung und dauerhaft in der Wirkung.
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PROJEKTIERUNG UMBAU FASSADE AUSTRASSE 2, REINACH
Der Verwaltungsbau an der Autrasse 2 in Reinach ist ein Bürogebäude mit Attikawohnung aus den 1970er Jahren, dessen architektonischer Ausdruck über die Jahre an Klarheit verloren hat. Im Zuge der zwingend notwendigen Schadstoffsanierung bot sich die Gelegenheit, die Gebäudehülle nicht lediglich technisch zu erneuern, sondern den Bestand einer grundsätzlichen architektonischen Klärung zu unterziehen.
Die Analyse der bestehenden Fassade offenbarte eine Diskrepanz zwischen Erscheinung und Konstruktion: Was auf den ersten Blick als Bandfensterfassade gelesen wird, erweist sich bei näherer Betrachtung als eine Abfolge massiv betonierter Brüstungen und scheibenartiger Betonstützen. Die Fassadenstruktur folgt damit weniger der Logik des horizontalen Fensterbands als vielmehr dem Archetyp der Lochfassade – ein Umstand, der im bisherigen Erscheinungsbild nur unzureichend zum Ausdruck kam.
Die Transformation setzt genau an diesem Punkt an. Neben der energetischen Ertüchtigung verfolgt das Projekt das Ziel, den konstruktiven und typologischen Charakter der Fassade durch eine präzise architektonische Haltung wieder lesbar zu machen. Die Gestaltung versteht sich dabei nicht als additive Überformung, sondern als konsequente Herausarbeitung der im Bestand angelegten Ordnung.
In einer Reihe von Variantenstudien wurden Proportionen, Tiefenstaffelungen, Öffnungsgrössen und Materialisierungen der neuen Fassade untersucht, geschärft und in engem Dialog mit der Bauherrschaft abgestimmt. Der Entwurfsprozess war dabei von der Suche nach einer selbstverständlichen, aus dem Ort und dem Bestand entwickelten Lösung geprägt.
Die neue Fassade präsentiert sich klar, ruhig und unmissverständlich. In Materialität und Ausdruck fügt sie sich selbstverständlich in den städtebaulichen Kontext ein und verleiht dem Gebäude eine zeitgemässe, architektonisch präzise Präsenz. Zugleich erfüllt sie hohe energetische und funktionale Anforderungen und wird den ökonomischen wie betrieblichen Bedürfnissen eines Verwaltungsbaus gerecht. Die Intervention versteht sich als nachhaltige Weiterentwicklung des Bestands – zurückhaltend im Ausdruck, konsequent in der Haltung und dauerhaft in der Wirkung.
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